Silke Avenhaus — Klavier
Martin Funda — Violine
Patrick Demenga — Violoncello

Franz Schubert

Notturno Es-Dur op. posth. 148 für Klaviertrio

Paul Hindemith

Sonate für Violoncello solo op. 25/3

Paul Ben-Haim

Improvisation and Dance op. 30 für Violine u. Klavier

Bedřich Smetana

Klaviertrio g-Moll op. 15

Wie kaum einem anderen Komponisten gelang es Franz Schubert immer wieder, in seinen Kompositionen gleichsam die Zeit stillstehen zu lassen, so auch in seinem träumerisch leisen Notturno.

Ein Dokument aus Paul Hindemiths ungestümen Aufbruchsjahren ist die 1922 in Donaueschingen entstandene Sonate für Violoncello solo. Die Verfemung seiner Werke durch die Nazis zwang Hindemith schließlich zur Ausreise über die Schweiz in die Vereinigten Staaten.

Der 1897 in München als Paul Frankenburger geborene Paul Ben-Haim emigrierte aufgrund massiver antisemitischer Anfeindungen 1933 nach Palästina. Dort wurde er zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten für das Musikleben Palästinas und beeinflusste maßgeblich die Entwicklung eines israelischen Nationalstils.

Bedřich Smetana musste als Revolutionär von 1848 sein Heimatland Tschechien verlassen. Nach seiner Rückkehr aus dem schwedischen Exil arbeitete er rastlos für die tschechische Nationalbewegung und schuf u.a. den berühmten Orchesterzyklus Mein Vaterland. Sein Klaviertrio trägt stark autobiografische Züge.

Termine und Karten

So, 23. Oktober 2022, 11:00 Uhr
Weißer Saal im Neuen Schloss Stuttgart

Besetzung

© Susie Knoll
Silke Avenhaus

Auf den Konzertpodien renommierter Konzertserien und Festivals in Europa, USA und Südostasien schätzt man die Interpretin Silke Avenhaus. Regelmäßig ist sie in der Wigmore Hall London, im Concertgebouw Amsterdam und im Wiener Konzerthaus zu Gast. Sie erhielt Einladungen zum Marlboro Music Festival, zu den Kammermusikfestivals in Prussia Cove, Samos und Stavanger, zu Spannungen im Kraftwerk Heimbach, den Berliner Festwochen und zum Rheingau Musik Festival sowie zu den Salzburger Festspielen.

Als Kammermusikpartnerin arbeitet Silke Avenhaus mit bedeutenden Interpreten wie Antje Weithaas, Tabea Zimmermann, Tai Murray, Marie-Luise Neunecker, Jean-Guihen Queyras und Quirine Viersen zusammen. Verschiedene Komponisten schrieben Werke, die sie zur Uraufführung brachte, so z.B. Wilfried Hiller, Jörg Widmann, Magnar Aam, Akikazu Nakamura, Helmut Eder, Bernd Redmann und Detlef Glanert. Die gebürtige Karlsruherin gewann bereits früh verschiedene Wettbewerbe und studierte bei Bianca Bodalia und Klaus Schilde (Hochschule für Musik München), György Sebök (Indiana University Bloomington) wie auch bei Sándor Végh und Sir András Schiff. Die Vermittlung Klassischer Musik an die junge und jüngste Generation ist Silke Avenhaus ein besonderes Anliegen, sei es mit Hörbüchern für Kinder, Workshops oder der Beteiligung an dem von Lars Vogt initiierten Projekt Rhapsody in School. Sie ist Mitbegründerin der Reihe sounds and science am Konzerthaus Wien. Zudem engagiert sie sich bei Artists for a Better Future, einem Künstlerring, der weltweit soziale Projekte fördert. Silke Avenhaus lehrt als Honorarprofessorin an der Hochschule für Musik in München. Daneben hat sie eine Gastprofessur für Klavierkammermusik an der Musikhochschule Lübeck übernommen.

© Nikolaj Lund
Martin Funda

Martin Funda ist Kammer- und Orchestermusiker, Solist und Pädagoge. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem als Primarius und Gründungsmitglied des Armida Quartetts. Mit dem Gewinn des Concours de Genève 2011 und des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2012, bei dem das Ensemble mit dem Ersten Preis, dem Publikumspreis und sechs weiteren Sonderpreisen ausgezeichnet wurde, hat sich das Armida Quartett als eines der meistgefragten jungen Quartette weltweit etabliert.

Als Sohn eines Orchestermusikers und einer Musikpädagogin ist Martin Funda früh mit den unterschiedlichsten Facetten des Musikerlebens in Berührung gekommen – diese Vielseitigkeit zeichnet ihn auch heute aus. Neben der intensiven Tourneetätigkeit als Primarius des Armida Quartetts widmet sich Martin Funda ebenso begeistert dem Unterrichten und der Arbeit mit größeren Ensembles. Im Oktober 2018 erfolgte die Berufung als Professor für Kammermusik an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Dort ist es ihm ein Anliegen, das vielfältigen Wissen und Können, das er sich in seiner Musikerlaufbahn angeeignet hat, an junge MusikerInnen weiterzugeben und sie auf ihrem Weg zu einem eigenständigen Musikerprofil zu unterstützen.

© Privat
Patrick Demenga

Der 1962 geborene Schweizer Musiker studierte am Konservatorium Bern, bei Boris Pergamenschikow in Köln und bei Harvey Shapiro in New York. Mehrere Preise dokumentieren den Beginn seiner Karriere und heute zählt er international zu den renommiertesten Cellisten. Als Solist und Kammermusiker tritt er regelmäßig bei den großen Festivals und in bekannten Musikzentren auf. Er arbeitet mit namhaften Musikerpersönlichkeiten wie z.B. Heinz Holliger, Mario Venzago, Dennis Russell Davies und Orchestern wie dem Tonhalle Orchester Zürich, dem RSO Wien, der Camerata Bern, dem Münchner Kammerorchester und dem Orchestre de la Suisse Romande zusammen.

Zahlreiche Radio- und Fernsehaufnahmen sowie Schallplatten- und CD Einspielungen haben Patrick Demenga einem internationalen Publikum bekannt gemacht. Er leitet eine Konzertausbildungsklasse am Conservatoire de Lausanne und unterrichtet bei verschiedenen internationalen Meisterkursen.

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