Christian Ostertag — Violine
Máté Szücs — Viola
László Fenyő — Violoncello
Kalle Randalu — Klavier

Gustav Mahler

Klavierquartettsatz a-Moll

Erwin Schulhoff

Duo für Violine und Violoncello

Robert Schumann

Klavierquartett Es-Dur op. 47

Christian Ostertag, Erster Konzertmeister des SWR-Sinfonieorchesters und Professor in Karlsruhe, hat zu diesem Programm drei Kollegen eingeladen, mit denen er seit langem gemeinsam musiziert. Er und seine Karlsruher Hochschulkollegen László Fenyő und Kalle Randalu sowie der Bratscher Máté Szücs sind allesamt passionierte Kammermusiker.

Mahlers Fragmentsatz ist ein einzigartiges Dokument für seinen kammermusikalischen Stil und seine frühe Begabung. Leider ist das komplette Werk noch zu Lebzeiten des Komponisten verloren gegangen. Schulhoffs Duo für Violine und Violoncello zeigt den expressiven Reichtum und die große Originalität seiner Musik. Schumanns geniales Klavierquartett aus seinem „Kammermusikjahr“ 1842 versetzt Spieler und Zuhörer immer wieder gleichermaßen in Entzücken.

Termine und Karten

So, 12. März 2023, 11:00 Uhr
Weißer Saal im Neuen Schloss Stuttgart

Besetzung

© Dieter Schweiz
Christian Ostertag

„Sweet, strong and sure“ nannte der Kritiker der New York Times das Spiel des Geigers Christian Ostertag im Kammermusiksaal der Carnegie Hall und kam zu dem Urteil „Beautifully done, excellent.“ „Bewundernd“ äußerte sich auch Lord Yehudi Menuhin über sein „ausgezeichnetes Spiel“.

Der gebürtige Karlsruher studierte bei renommierten Lehrern wie Walery Gradow und Rainer Kussmaul. Seine Karriere erhielt einen entscheidenden Impuls, als er 1990 den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs in Bonn gewann und zusammen mit seinem Duopartner Fritz Schwinghammer in die 35.
Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommen wurde.

Seitdem erhielt er zahlreiche Einladungen zu Konzerten im In- und Ausland, gastierte in Japan, Nord- und Südamerika, bei den Festivals in Ludwigsburg, Echternach und Schleswig-Holstein, den Berliner Festwochen, dem Rheingau Musik Festival und Wien Modern und trat – nicht zuletzt – mit dem SWR Symphonieorchester, dessen Erster Konzertmeister er seit 1996 ist, unter Dirigenten wie Sylvain Cambreling, Michael Gielen, Antoni Witt, Marcello Viotti und Heinz Holliger auf.

Christian Ostertag leitet als Professor eine Violinklasse an der Musikhochschule in Karlsruhe.

Máté Szücs

Der in Ungarn geborene, vielfach ausgezeichnete Bratscher Máté Szücs hat eine erfolgreiche Karriere als Orchester- und Kammermusiker gemacht. Von 2011 bis 2018 war er Solobratscher beim Berliner Philharmonischen Orchester, mit dem er auch als Solist mit dem Bratschenkonzert von Béla Bartók konzertierte.

Máté wechselte mit siebzehn Jahren von der Geige zur Bratsche und studierte an den Königlichen Konservatorien in Brüssel und Antwerpen und bei Leo de Neve an der Chapelle Musicale Reine Elisabeth in Waterloo/Belgien. Sämtliche Studien schloss er mit höchster Auszeichnung ab.

Máté war elf Jahre alt als er den Spezialpreis des Ungarischen Violinwettbewerbs für junge Künstler gewann. Nicht viel später errang er den Ersten Preis beim Violinwettbewerb in Szeged und den Ersten Preis beim ungarischen Kammermusikwettbewerbs für das beste Sonatenduo. Weiter hat er den Ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Violine und Geige in Liège/Belgien gewonnen, war Finalist beim Internationalen Bratschenwettbewerb “Jean Françaix” in Paris und Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs “Tenuto” in Brüssel.

Als Kammermusiker war Máté Mitglied in verschiedenen Ensembles wie dem Mendelssohn Ensemble, dem Con Spirito Klavierquartett, dem Trio Dor, dem Enigma Ensemble und dem Ensemble Fragmente. Er hat mit prominenten Musikern wie Janine Jansen, Frank-Peter Zimmermann, Christian Tetzlaff, Vadim Repin, Ilja Gringolts, Vladimir Mendelssohn, László Fenyő, Kristof Baráti, István Várdai, Camille Thomas, Kirill Troussov und Julien Quentin musiziert. Als Solist ist er mit den Berliner Philharmonikern, mit dem Königlich Philharmonischen Orchester von Flandern, den Bamberger Symphonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Radio-Sinfonieorchester Frankfurt und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen aufgetreten.

Als gefragter Pädagoge unterrichtet Máté Szücs seit 2006 regelmäßig beim Thy Masterclass Sommermusikfestival in Dänemark und von 2012 bis 2014 beim Britten-Pears Festival in Aldeburgh. 2 Jahre lehrte er an der Saarbrücker Musikhochschule, von 2014 bis 2018 an der Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker, von 2015 bis 2018 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und von 2015 bis 2016 an der Budapester Musikakademie. Máté gibt Meisterklassen auf der ganzen Welt, so in New York, Los Angeles, Michigan, London, Berlin, Brussels, Shanghai, Taipei, Seoul und Tokyo.

© Marco Borggreve
László Fenyő

Spätestens nach seinem Sieg beim Pablo Casals Cellowettbewerb im Jahr 2004 in Kronberg machte sich László Fenyő auch international einen Namen. Zuvor war der 1975 im ungarischen Debrecen geborene Cellist in seiner Heimat bereits ein gefragter Solist. Im Alter von dreizehn Jahren begann László Fenyő seine Karriere als Jungstudent an der Budapester Franz Liszt Musikhochschule bei László Mező, bevor er nach Lübeck zu David Geringas wechselte.

Heute konzertiert er im Concertgebouw Amsterdam, der Londoner Wigmore Hall oder im Münchner Gasteig und spielt mit Orchestern wie der Staatskapelle Weimar, dem Shanghai Symphony Orchestra oder dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt, bei dem er auch Solocellist war. Der Professor an der Musikhochschule Karlsruhe gibt weltweit Meisterkurse. László Fenyő wird neben seiner brillanten Technik regelmäßig für sein ausdrucksstarkes Spiel gelobt. Er spielt ein Goffriller-Cello von 1695.

© Maj Lind
Kalle Randalu

Kalle Randalu, geboren und aufgewachsen in Estland, ist ein international gefragter Pianist. Sein Lehrer in Tallinn war Professor Bruno Lukk, selbst noch Schüler von Paul Hindemith und Leonid Kreutzer in Berlin. Lukk gilt als einer der führenden Begründer der estnischen Klavierausbildung nach dem Krieg. Kalle Randalus Studien führten ihn nach der Ausbildung am Tallinner Konservatorium in die Meisterklasse von Professor Lev Vlassenko am Moskauer Konservatorium.

Randalu ist Preisträger renommierter internationaler Klavierwettbewerbe: 1971 errang er beim Wettbewerb für junge Pianisten in der Tschechoslowakei und 1976 beim Allunionswettbewerb in Tallinn jeweils den ersten Preis. 1981 war er Preisträger des Robert Schumann Wettbewerbs in Zwickau und 1982 des Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau. 1985 gewann er den Ersten Preis beim ARD-Wettbewerb in München. Seit 1988 lebt Kalle Randalu in Deutschland und lehrt an der Musikhochschule Karlsruhe.

Er konzertiert in vielen bedeutenden Musikzentren auf der ganzen Welt. Sein Repertoire umfasst nahezu alle großen Klavierkonzerte. Mehrmals spielte er die 5 Klavierkonzerte und die Chorfantasie von Ludwig van Beethoven an jeweils zwei Abenden.

Er musizierte mit dem Orchester des Bayrischen Rundfunks, der Bayrischen Staatsoper, den Hamburger Philharmonikern, dem Konzerthausorchester Berlin, dem BBC Symphony Orchestra London, den Petersburger und den Moskauer Philharmonikern, dem Orchester des Finnischen Rundfunks, dem Tampere Philharmonic Orchestra, dem Württembergischen Kammerorchester, den Kammerorchestern Bratislava und Leningrad, dem Ostrobotnian Chamber Orchestra sowie zahlreichen baltischen Orchestern mit Dirigenten wie Neeme Järvi, Paavo Järvi, Peeter Lilje und Arvo Volmer sowie Wolfgang Sawallisch, Mariss Jansons, Natan Rachlin, Maxim Schostakowitsch, Jörg Färber, Jac van Stehen und Kazushi Ono. Eine langjährige fruchtbare Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Estnischen Nationalorchester Tallinn, mit dem er klassische Konzerte aufführte aber auch viele zeitgenössische estnische Werke aus der Taufe hob. Enge Kontakte zu estnischen Komponisten erbrachten viele Uraufführungen und Widmungen.

Soloabende führten ihn in den Münchner Herkulessaal, das Wiener Konzerthaus und die St. Petersburger Philharmonie. Kalle Randalus besondere Liebe gehört der Kammermusik. Namentlich mit dem Ensemble Villa Musica, das renommierte Solisten in Deutschland zusammenführt, gab er zahlreiche Konzerte und erarbeitete sich ein breites Repertoirespektrum. Namhafte Ensembles wie das Trio di Clarone mit Sabine Meyer, Wolfgang Meyer und Reiner Wehle oder das Mandelring Quartett gehören zu seinen musikalischen Partnern.

Kalle Randalu hat über 30 CDs eingespielt. Geradezu sensationellen Erfolg hatte die Gesamtaufnahme der Sonaten von Paul Hindemith, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde, darunter dem begehrten Cannes Cassical Award und dem Echo Klassik. Kalle Randalu ist Ehrendoktor der Estnischen Musikakademie.

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